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Schulter-Endoprothektik

 

Wenn das Schultergelenk durch Verschleiß, Rheuma, einen Bruch des Oberarmkopfes oder eine ausgedehnte Sehnenschädigung so weit geschädigt ist, dass Schmerzen und Bewegungseinschränkung den Alltag bestimmen, kann der Ersatz des Gelenks durch eine Prothese sinnvoll sein. Welche Prothesenform zum Einsatz kommt, hängt vor allem vom Zustand der Rotatorenmanschette ab – jener Sehnenkappe, die den Oberarmkopf führt und zentriert.

Ist die Rotatorenmanschette intakt, kommt in der Regel eine anatomische Prothese zum Einsatz. Dabei werden der verschlissene Oberarmkopf und die Gelenkpfanne durch künstliche Bauteile ersetzt, die dem natürlichen Aufbau der Schulter nachempfunden sind. Die erhaltenen Sehnen übernehmen weiterhin die Führung des Gelenks, sodass ein natürlicher Bewegungsablauf möglich bleibt.

Ist die Rotatorenmanschette dagegen ausgedehnt und nicht wiederherstellbar geschädigt, fehlt dem Oberarmkopf die Führung. In diesem Fall wird eine inverse Prothese verwendet. Bei ihr werden Kugel und Pfanne im Vergleich zur natürlichen Schulter vertauscht: Die Kugel sitzt an der Gelenkpfanne, die Pfanne am Oberarm. Dadurch übernimmt der große Deltamuskel die Hebung des Arms, und die Schulter wird auch ohne funktionsfähige Sehnen wieder belastbar und beweglich.

Auch eine bereits vorhandene Prothese kann im Laufe der Jahre verschleißen, sich lockern oder ihre Funktion verlieren. In solchen Fällen führen wir einen Prothesenwechsel durch. Dabei werden die betroffenen Bauteile entfernt und durch neue ersetzt – häufig wird dabei eine anatomische in eine inverse Prothese umgewandelt. Solche Wechseleingriffe sind anspruchsvoller als die Erstversorgung und erfordern eine sorgfältige Planung.

Nach der Operation wird der Arm zunächst in einer Schlinge ruhiggestellt und unter krankengymnastischer Anleitung schrittweise mobilisiert. Wie schnell die Belastung gesteigert werden darf, richtet sich nach der Prothesenform und dem Zustand der Sehnen; die volle Belastbarkeit wird meist nach etwa drei Monaten erreicht.

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